- Nils Horn -

Techniken des positiven Denkens

Das Ziel des positiven Denkens ist ein umfassendes körperlich-geistige Wohlgefühl. Dieses Ziel wird durch eine Kombination von geistigen und körperlichen Übungen erreicht.

Dabei ist der Weg des positiven Denkens grundsätzlich eher langfristig angelegt. Er beginnt damit, daß du dir ein tägliches Übungsprogramm entwickelst.

Ein solches Übungsprogramm kann zum Beispiel so aussehen, dass du morgens den Tag mit einer positiven Tageseinstimmung (einem positiven Tagessatz) beginnst und abends noch einmal kurz über den Tag nachdenkst.

Gut ist es jeden Tag zwei Seiten in einem spirituellen Buch zu lesen. Außerdem könntest du dir jeden Tag zu einer bestimmten Zeit 15 Minuten reservieren, in denen du Yoga machst oder meditierst.

1. Probleme verarbeiten

Die erste Technik der Gedankenarbeit bezeichne ich als »Probleme verarbeiten.« Die Verarbeitung von Problemen geschieht grundsätzlich in aufeinander folgenden Schritten. Der erste Schritt besteht darin, das Problem zu erkennen und genau zu erfassen.

Im zweiten Schritt kann man dann versuchen, Gesichtspunkte für eine Lösung des Problems zu finden. Die Lösung des Problems kann in der Veränderung der äußeren Lebenssituation oder in einer Veränderung der inneren Einstellung liegen. Es kommt auf das Problem an, um zu entscheiden, in welchem dieser Bereiche der Schwerpunkt der Problemlösung liegt.

Wichtig ist es, dass man dann im dritten Schritt eine Lösung findet, die einen zufriedenstellt. »Zufrieden« bedeutet nichts anderes, als zum inneren Frieden zu kommen.

2. Positive Gedanken finden

Die Vernunft führt einen meistens zu einer angemessenen Problemlösung. Bei negativen Gefühlen (Wut, Angst, Trauer, Sucht) reicht aber eine vernunftgemäße Lösung oft nicht aus. Es kann sein, dass du dir eine »vernünftige« Sicht des Problems vergegenwärtigst und es dir trotzdem weiterhin schlecht geht. Möglicherweise spricht dein Inneres nicht auf deine vernünftigen Erwägungen an.

Hier hilft die Technik der tiefen Gedanken: Du mußt einen Gedanken finden, auf den dein Gefühl reagiert. Solche Gedanken nenne ich »tiefe Gedanken«, weil sie die rein verstandesmäßige Ebene überwinden, tief in dein Inneres eintauchen und es spürbar verändern.

Tiefe Gedanken können sich aus einer vernunftgemäßen Lösung eines Problems ergeben. Es können aber auch positive Gesichtspunkte sein, die dir einfallen. Es können sogar leicht irrationale Gedanken sein, die plötzlich dein Inneres zur Ruhe kommen lassen. Der entscheidende Punkt ist, daß dein Inneres diese Gedanken glaubt.

Das Innere ist manchmal wie ein kleines Kind. Von vernunftgemäßen Erwägungen läßt es sich nicht immer überzeugen. Manchmal kommt aber irgendein Gedanke, den das kleine Kind begreift und glaubt. Und es geht ihm wieder gut. Je besser du dein Inneres kennst, desto eher weißt du, welche Gedanken gut für dich sind.

3. Gedankenbeherrschung

Es kann sein, dass deine negativen Gedanken ständig in deinem Kopf herum kreisen. Sie verstärken deine inneren Verspannungen und bauen dich nervlich immer weiter ab. Hier ist es wichtig, daß du sie konsequent stoppst. Dazu brauchst du Willenskraft und spezielle Techniken.

Die erste Technik nennt sich Gedankenstopp. Du sagst in Gedanken oder mit lauter Stimme »Stopp!«, wenn einer deiner zerstörerischen Gedanken auftaucht und drängst ihn innerlich mit aller Kraft weg. Oft wird der negative Gedanke nicht gleich beim ersten Versuch verschwinden. Du mußt mit ihm ringen. Wenn du nicht aufgibst, wird der Gedanke nach einiger Zeit plötzlich weg sein.

Vielleicht taucht er gleich darauf wieder auf, weil du entdeckt hast, dass er verschwunden ist. Dann mußt du ihn wieder wegdrängen, bis er endgültig aufgibt. Dieses wird bestimmt geschehen. Mit der Zeit bekommst du auch mehr Übung, und die negativen Gedanken verschwinden immer schneller.

Die zweite Technik besteht darin, dass du deine negativen Gedanken mit einem positiven Gedanken stoppst. Dazu mußt du einen Gedanken finden, der zu der Situation paßt und der stark genug ist, den negativen Gedanken zu überwinden. Wenn also ein negativer Gedanke auftaucht, dann sagst du nicht einfach stopp, sondern suchst einen positiven Gedanken und konzentrierst dich intensiv auf ihn. Du kannst ihn als Mantra ständig wiederholen.

Eine dritte wichtige Technik zur Überwindung von negativen Gedanken ist die Ablenkung. Wenn dich deine Gedanken nicht zur Ruhe kommen lassen, dann wendest du dich einer Tätigkeit zu, die dich emotional ausreichend in Anspruch nimmt. Du siehst dir zum Beispiel einen Film an, gehst spazieren, triffst dich mit Freunden oder stürzt dich in Arbeit. Das lenkt dich von deinem Problem ab, und nachher ist es oft nur noch halb so groß. Ich bin am Abend vor Prüfungen oft ins Kino gegangen und konnte dadurch gut abschalten.

4. Über Probleme reden

Vielen Menschen tut es gut, wenn sie mit anderen Menschen über ihre Probleme reden. Es gibt ihnen Trost, wenn jemand sie anhört, sie versteht und vielleicht selbst sogar ähnliche Probleme gehabt hat. Bei solch einem Gespräch können sich neue Gesichtspunkte ergeben, die Dinge werden klarer, und du kannst deine Einstellung überdenken.

5. Der positive Tagesplan

Walter W. beginnt seinen Tag mit einer positiven Tageseinstellung und steht gutgelaunt auf. Dann macht er seine Yoga-Übungen. Anschließend genießt er sein gesundes Frühstück, das vorwiegend aus Obst und gekeimten Körnern besteht.

Während der Arbeit versucht Walter durch positives Denken und viele kleine Pausen seinen Streß gering zu halten. Nach der Arbeit entspannt er sich durch einen kleinen Spaziergang oder durch das Lesen in einem spirituellen Buch.

Vor dem Einschlafen denkt er etwas über den Tag nach, verbindet sich geistig mit seinem erleuchteten Meister und meditiert noch einige Minuten. Seinen Urlaub nutzt er für seine spirituelle Weiterentwicklung.

Walter W. lebt im Gleichgewicht von Ruhe, Arbeit, spirituellem Üben und Lebensgenuß. So wächst er in seinem inneren Glück, bis er eines Tages dauerhaft ins Sat-Chid-Ananda (Sein-kosmisches Bewußtsein-Glückseligkeit) gelangt.

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